Sonntag, 6. März 2011 / 11:02:45

Rennen um Berner Ständeratssitz - Amstutz und Wyss im Finale
Bern - Die Bernerinnen und Berner entscheiden heute Sonntag definitiv, mit wem sie den frei gewordenen Ständeratssitz besetzen. Zur Stichwahl stellen sich zwei Politschwergewichte: SVP-Nationalrat Adrian Amstutz und SP-Nationalrätin Ursula Wyss.
Erwartet wird ein knapper Entscheid, denn beide haben ihr traditionelles Wählerpotential mehrheitlich ausgeschöpft. Entscheidend ist deshalb, wer die Mittewähler auf seine Seite ziehen kann.
Diese hatten im ersten Wahlgang im Februar noch für FDP-Frau Christa Markwalder oder für EVP-Mann Marc Jost eingelegt. Nach ihrem mässigem Abschneiden treten beide nicht mehr zur Stichwahl an. Das stürzt die Mittewähler in eine Dilemma: vielen ist Amstutz zu rechts, Wyss aber zu links.
Weder die BDP noch die FDP oder die EVP haben eine Wahlempfehlung abgegeben. Politologe Georg Lutz vermutet darum, dass zahlreiche Mittewähler dem Urnengang fernbleiben.
Leichter Vorteil für Amstutz
Lutz ortet «ganz leichte Vorteile» für Amstutz. Die Stammwähler, die trotz der schwierigen Entscheidung an die Urne gehen, dürften tendenziell eher für den SVP-Mann einlegen, sagte der Politologe gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Nach ihrer geräuschvollen Abspaltung von der SVP kann sich die BDP zwar kaum offen zu Amstutz bekennen. Aber es wird erwartet, dass der eine oder andere BDPler über seinen Schatten springt und Amstutz wählt.
An der FDP-Basis sind die Meinungen geteilt. Liberalere Kräfte dürften eher für Wyss stimmen, einzig um den für seine EU-kritische Haltung bekannten Amstutz zu verhindern. Konservativere Kräfte sehen im SVP-Mann letztlich wohl das kleinere Übel.
Im Gegensatz zur zersplitterten bürgerlichen Mitte steht das rot-grüne Lager geschlossen hinter Wyss. Selbst die Grünliberalen haben sich ihr jüngst angeschlossen.
Steile Aufsteiger
Die 38-jährige Ursula Wyss ist schon früh in die Politik eingestiegen und hat bereits eine beachtliche Karriere hinter sich: mit 24 wurde sie ins Kantonsparlament gewählt, zwei Jahre später sass sie bereits im Nationalrat. Im Alter von 33 Jahren wurde die Stadtbernerin Chefin der SP-Bundeshausfraktion.
Als steiler Aufsteiger gilt der 57-jährige Berner Oberländer Adrian Amstutz. Der Unternehmer aus Sigriswil schaffte 2003 den Sprung in den Nationalrat. Seit 2008 ist er Vizepräsident der SVP Schweiz. Amstutz politisiert im rechten Flügel der SVP und gilt als Blochers Mann in Bern.
asu (Quelle: sda)
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