Mittwoch, 6. April 2016 / 09:49:00

Schlaflosigkeit: Anomalien in weisser Hirnsubstanz
Guangzhou - Forscher des Department of Medical Imaging, Guangdong No. 2 Provincial People's Hospital haben mittels MRT-Scans bei Patienten mit Schlaflosigkeit Anomalien in der weissen Hirnsubstanz nachgewiesen.
Bei einer primären Insomnie fällt es den Betroffenen mehr als einen Monat lang entweder schwer, einzuschlafen oder durchzuschlafen. Tagesmüdigkeit, Stimmungsschwankungen und kognitive Einschränkungen sind die Folgen. Aber auch Depressionen sind möglich.
Verbindungen geschädigt
Laut Studienautorin Shumei Li ist diese Krankheit häufig verbreitet. Die Ursachen und die Folgen sind jedoch nur schwer zu fassen. Unter der Leitung von Guihua Jiang untersuchten die Forscher bei Betroffenen den Zusammenhang zwischen Anomalien in der Integrität der weissen Substanz und der Dauer und den Formen der Schlaflosigkeit. Dabei konzentrierte sich das Team auf Bündel von Axonen, also lange Fasern von Nervenzellen, die einen Bereich des Gehirns mit dem anderen verbinden. Sind diese Verbindungen geschädigt, wird die Kommunikation zwischen den Gehirnregionen beeinträchtigt.
An der Studie nahmen 23 Patienten mit primärer Insomnie und eine aus 30 Personen bestehende gesunde Kontrollgruppe teil. Zur Feststellung des geistigen Zustands und der Schlafmuster füllten alle Teilnehmer eine ganze Reihe von standardisierten Fragebögen wie dem Pittsburgh Sleep Quality Index aus, in denen unter anderem auch nach dem Auftreten von Depressionen gefragt wurde. Bei allen wurde auch mit der Diffusions-Tensor-Bildgebung ein MRT des Gehirns durchgeführt. Dieses Verfahren ermöglicht es, das Muster der Wasserbewegung entlang der Verbindungen der weissen Substanz sichtbar zu machen.
Weitere Studien notwendig
Mittels eines neuen Verfahrens, der Tract-Based Spatial Statistics, konnte nachgewiesen werden, dass die Patienten über eine deutlich verringerte Integrität in verschiedenen rechten Gehirnbereichen und dem Thalamus verfügten. Der Thalamus reguliert Bewusstsein, Schlaf und Wachheit. Die beeinträchtigen Bereiche der weissen Substanz stehen laut Li vor allem mit der Regulierung von Schlaf und Wachheit, der kognitiven Funktion und der sensomotorischen Funktion in Zusammenhang. Anomalien des Thalamus und des Corpus callosum, der grössten Struktur weisser Substanz im Gehirn, standen mit der Dauer der Schlaflosigkeit und den Ergebnissen der eigenen Beurteilung von Depressionen in Verbindung.
Laut der Forscherin ist die Beteiligung des Thalamus entscheidend, da dort wichtige Bereiche der biologischen Uhr des Menschen zu finden sind. Ursache für die Anomalien in der Integrität der weissen Substanz bei den Betroffenen könnte der Verlust von Myelin sein, also der Schutzschicht, die die Nervenfasern umgibt. Die Forscher betonen jedoch, dass weitere Studien mit mehr Teilnehmern durchgeführt werden müssen, um den Zusammenhang von Veränderungen der weissen Substanz und Schlaflosigkeit genauer zu erforschen. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin «Radiology» veröffentlicht.
bg (Quelle: pte)
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