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Ai Weiwei hatte Lesbos besucht und sich selbst ein Bild von der Lage gemacht.

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Freitag, 1. Januar 2016 / 20:49:00

Ai Weiwei plant Flüchtlingsmonument

Athen/Lesbos - Das Flüchtlingsdrama in der Ägäis berührt auch Künstler: Der chinesische Bildhauer und Menschenrechtler Ai Weiwei plant auf der griechischen Insel Lesbos ein Monument zur Erinnerung an die in der Ägäis umgekommenen Flüchtlinge.

«Das, was ich gesehen habe, hat mich als Mensch und Künstler berührt», sagte der Künstler der Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Athen. Zuvor hatte er die Insel besucht und sich selbst ein Bild von der Lage gemacht. Auf Lesbos kommen täglich Tausende Migranten an. «Wir erleben ein historisches Ereignis, und ich als Künstler muss mich beteiligen», sagte Weiwei, der in Berlin lebt.

Über die genaue Form das Mahnmals hat Weiwei zunächst noch keine Vorstellungen. «Die Lage ist nicht leicht, und alles ist noch in Entwicklung», sagte der Künstler. Er habe bereits mit seinen Mitarbeitern ein Studio auf Lesbos gefunden.

Auch seine Studenten sollen sich an dem Projekt beteiligen. Das Monument könnte seiner Schätzung nach bis zum Jahresende fertig sein. «Ich bin auf der Suche nach Sponsoren», sagte Weiwei weiter.

Ai Weiwei ruft zu Hilfe auf

Auf einer Medienkonferenz in Athen fügte er anschliessend hinzu: «Ich konnte mir nicht vorstellen, wie gross die Dimensionen sind, die diese humanitäre Krise hat.» Die Einwohner von Lesbos, die freiwilligen Helfer und die Behörden gäben ihr Bestes.

«Ihnen muss aber geholfen werden», sagte Weiwei. Die Welt verstehe noch immer nicht, wie wichtig es sei, den Griechen und den Flüchtlingen in dem EU-Land zu helfen.

Bereits am Vortag hatte Spyros Galinos, der Bürgermeister der Insel Lesbos, erklärt, das Monument werde «weltweit die Botschaft des Beistands und der Hilfe verbreiten», die seine Mitbürger tagtäglich an den Stränden der Insel für ihre flüchtenden Mitmenschen leisteten.

2015 sind nach offiziellen Angaben mehr als 850'000 Migranten und Flüchtlinge über die Ägäis nach Europa gekommen. Mindestens 500 Menschen sind dabei ertrunken. Dutzende werden vermisst.

bert (Quelle: sda)

http://www.st.gallen.ch/news/detail.asp?Id=683934

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Foto: hpgruesen (Pixabay License)

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