Dienstag, 3. Dezember 2013 / 16:08:00

IOC-Präsident Bach mit Reform-Plänen
Der neue IOC-Präsident Thomas Bach will die Olympischen Spiele reformieren und kämpft um Unterstützung für seine Pläne. Das Programm soll überdacht und der Kreis möglicher Olympia-Ausrichter deutlich erweitert werden.
Bach schwebt vor, das Programm der Olympischen Sommerspiele zu modernisieren, potenziellen Olympia-Gastgebern mehr Mitbestimmungsrecht einzuräumen und den gesamten Bewerbungsprozess zu überholen. «Das wird nicht einfach, aber es lohnt sich, da sich die Welt verändert hat und wir dem Rechnung tragen müssen», sagte der Deutsche der französischen Zeitung «L'Equipe».
«Prinzipiell macht es keinen Unterschied, ob wir bei den Sommerspielen 302 oder 305 Entscheidungen haben. Wir könnten neue Disziplinen oder neue Sportarten addieren», sagte der 59-jährige Jurist aus Tauberbischofsheim. «Wir brauchen mehr Flexibilität im olympischen Programm, um anderen Sportarten die Möglichkeit zu geben, sich zu integrieren.» Die gross angekündigte Programm-Modernisierung seines Vorgängers Jacques Rogge war gescheitert. Nur die Sportarten Rugby und Golf hatten es in der zwölfjährigen Amtszeit des Belgiers neu ins Programm der Sommerspiele geschafft.
Raum für neue Sportarten
«Das Programm muss im Gleichgewicht zwischen Tradition und Fortschritt sein. Vielleicht ist momentan die Zeit des Fortschritts gekommen. Für die Winterspiele haben wir dies schon geschafft, für die Sommerspiele noch nicht», räumte Bach ein. Durch ein Streichen gewisser Disziplinen könnte Raum für die Aufnahme neuer Sportarten entstehen. Nur die Grenze von maximal 10'500 Athleten bei Olympia dürfe nicht überschritten werden. Bei seinem Besuch in Tokio, dem Gastgeber der Spiele 2020, hatte er vor ein paar Wochen den Japanern eine Olympia-Rückkehr des dortigen Volkssports Baseball in Aussicht gestellt.
Völlig verändern will Bach auch die Bewerbungsprozedur um Olympische Spiele. «Der Prozess muss offener sein. Wir verlangen zu viel und wir verlangen zu viel zu früh», sagte er der «L'Equipe». Sämtliche Kandidaten-Städte sollen deutlich stärker eingebunden werden. Interessierte Bewerber müssten gefragt werden, «wie sie sich denn die Spiele in ihrem Umfeld vorstellen. Wie die Spiele bei der Entwicklung ihrer Stadt, ihrer Region und ihres Landes weiterhelfen könnten.»
Zuwenig mögliche Ausrichter
Derzeit ist der Kreis möglicher Ausrichter seiner Meinung nach zu klein. «Wir sind eine globale Organisation. Wir wollen nicht nur Athleten aus allen Ländern, sondern auch die Spiele - wenn möglich - auf allen Kontinenten austragen und nicht nur in knapp 30 Ländern», meinte Bach. Am kommenden Dienstag wird in Lausanne die IOC-Exekutive erstmals unter Bachs Leitung tagen. Im Anschluss will der IOC-Chef mit den Spitzenfunktionären der Organisation in eine dreitägige Klausur gehen und in Montreux sein Reform-Vorhaben weiter vorantreiben.
bg (Quelle: Si)
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