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Experten halten das Projekt für unrealistisch.

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Mittwoch, 3. April 2013 / 15:17:00

Privat im Weltall: Tausende wollen zum Mars

Amersfoort - Die niederländische Non-Profit-Organisation Mars One sucht Astronauten, die ab 2023 die Grundlage für eine Kolonisation des Mars bilden sollen. Gleich vier abenteuerlustige Erdenbewohner sollen die einmalige Chance erhalten, als erste Menschen auf dem Roten Planeten zu landen und dort eine Basis zu errichten.

Alle zwei Jahre sollen dann durch weitere Transportmissionen insgesamt 40 Personen auf den rotgefärbten Nachbarplaneten verfrachtet werden. Einziger Haken: Es gibt keine Rückflug-Tickets. Trotzdem haben sich eigenen Angaben zufolge bereits vor dem offiziellen Start des «Astronaut Selection Programs» tausende Interessierte angemeldet.

«Die Technologie für einen Marsflug ist zwar vorhanden, aber es fehlt die Sicherheit. Deshalb will die NASA erst zum Mond, um die entsprechenden Technologien über längere Zeit zu testen. Einfach ein Raumschiff zu bauen und loszufliegen, ist eine Harakiri-Mission», erklärt Ulrich Walter, Leiter des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der TU München und ehemaliger Astronaut, gegenüber pressetext. Die Erfolgswahrscheinlichkeit liege bei etwa zehn Prozent. «Ich würde als Astronaut erst bei einer Sicherheit von 90 Prozent - wie damals bei Apollo-Missionen - einsteigen», so der Experte, der eine bemannte Marsmission auch angesichts solcher Engagements von privaten Unternehmern in absehbarer Zeit für «nicht realistisch» hält.

Globales Auswahlverfahren

Die fehlende Sicherheit kann die angehenden Mars-Pioniere offensichtlich nicht von der Verwirklichung ihres Traums abhalten. Wie Bas Lansdorp, Mitgründer und Präsident von Mars One, wissen lässt, ist der Andrang enorm. «Seit dem Start der Webseite im Juni 2012 hat unser Projekt mehr als 850.000 einzelne Besucher angezogen. Wir haben tausende Mails erhalten, darunter über tausend Anfragen von Personen, die gerne zum Mars fliegen wollen», schildert der niederländische Unternehmer. Darüber hinaus hätten auch zahlreiche namhafte Organisationen und Einzelpersonen - unter ihnen auch ein Astronaut, ein Nobelpreisträger und mehrere NASA-Wissenschaftler - ihre Unterstützung für das ambitionierte Unterfangen ausgedrückt.

Doch wie werden die Kandidaten ausgewählt, die letztendlich als erste Vertreter der Menschheit auf dem Roten Planeten landen sollen? «Wir werden mit unserem Astronauten-Auswahlprogramm noch in der ersten Hälfte dieses Jahres starten», stellt Lansdorp klar. Prinzipiell soll es dabei jedem Bewohner der Erde möglich sein, sich für die abenteuerliche Reise ins All zu bewerben. «Wir haben E-Mail-Anfragen von insgesamt 50 verschiedenen Ländern erhalten. Leute aus 37 Staaten haben bei uns Merchandising-Produkte erworben und damit ihre Unterstützung für unser Vorhaben zum Ausdruck gebracht», so Arno Wielders, Mitgründer und technischer Direktor bei Mars One.

«Unrealistisch» und «unethisch»

Das grundlegende Konzept der privaten Marsmission basiert auf der Voraussetzung, dass die teilnehmenden Astronauten zunächst nicht zur Erde zurückkehren, also ihr restliches Leben auf dem Mars verbringen. Laut den Initiatoren soll es aber zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit geben, Rückflugoptionen auf dem Planeten einzurichten. Finanziert wird das von Mars One auf knapp sechs Mrd. Dollar Kosten geschätzte Unterfangen durch eine Vermarktungsstrategie, die aus der Weltallerkundung zugleich das grösste Medienereignis der Weltgeschichte machen soll. «Die veranschlagte Summe und der Zeithorizont bis 2023 sind nicht realistisch. Ein One-Way-Flug zum Mars kostet schätzungsweise eher 20 bis 30 Mrd. Dollar. Astronauten ohne Rückfahrkarte zum Mars zu schicken, ist allerdings unethisch», meint TU-München-Forscher Walter abschliessend.

tafi (Quelle: pte)

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