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Nikos Anastasiadis bedankte sich bei seinen Mitbürgern.

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Donnerstag, 28. März 2013 / 19:40:00

Zyperns Präsident lobt Verhalten der Bevölkerung

Nikosia - Nach fast zwei Wochen Zwangspause haben die Banken im pleitebedrohten Zypern ihre Schalter wieder geöffnet. Der befürchtete Massenansturm blieb aus.

Vor den Zweigstellen in der Hauptstadt Nikosia hatten am Morgen zwar schon viele Menschen ungeduldig auf Einlass gewartet. Dank der Aufrufe, die seit dem Vortag im Radio und im Fernsehen ausgestrahlt wurden, bewahrten die Zyprer aber Ruhe. Sie hatten sich seit Mitte März nur noch an Automaten in kleinen Summen mit Bargeld versorgen können.

Zum Nachmittag entspannte sich die ohnehin ruhige Lage in Zypern weiter: Vor den Banken am zentralen Eleftherias Platz in der Hauptstadt Nikosia gab es einige Stunden nach deren Öffnung so gut wie keine Kunden mehr.

Auch aus den Hafenstädten Limassol und Larnaka wurde kein Andrang gemeldet. Ruhig sei es auch im Westen der Insel in der Touristenstadt Paphos gewesen.

Am Abend schlossen die meisten Banken ihre Tore pünktlich um 18 Uhr Ortszeit. Nur einige Banken im Zentrum der Hauptstadt Nikosia blieben für kurze Zeit noch offen, bis auch die letzten Kunden gingen.

Lob vom Präsidenten

Zyperns Präsident Nikos Anastasiades bedankte sich bei seinen Mitbürgern für deren besonnenes Verhalten. Die Zyprer hätten gezeigt, dass sie «es nicht nur wollen, sondern es auch können», ihr Land aus der Krise zu führen.

Mit einem schwer bewachten Transport waren die zyprischen Banken am Vorabend der Wiedereröffnung mit Bargeld aus Reserven der Europäischen Zentralbank (EZB) versorgt worden, die bei der deutschen Bundesbank lagerten. Das sagte eine Bundesbank-Sprecherin auf Anfrage.

Das Geld sei vom Flughafen Larnaka aus zur Zentralbank in Nikosia gefahren worden, berichtete die Tageszeitung «Kathimerini», die auf ihrer Internetseite auch Aufnahmen des Konvois zeigte. Die Lieferung sei von Helikoptereinheiten in der Luft gesichert worden.

In den Strassen der kleinen Inselrepublik zeigten Polizeistreifen seit den frühen Morgenstunden Präsenz und fuhren von Bank zu Bank. Zusätzlich waren vor den Türen der Banken private Sicherheitsdienste im Einsatz. Um Tumulte zu verhindern, wurden Bankkunden in Gruppen von zehn Personen eingelassen.

Maximal 300 Euro pro Tag

Harte Regeln der zyprischen Notenbank sollen ein schnelles Ausbluten der Banken verhindern. So dürfen pro Person und Bank maximal 300 Euro pro Tag abgehoben werden. Daueraufträge für die Zahlung von Löhnen werden wieder erlaubt.

Strenge Regeln gelten für den Zahlungsverkehr mit dem Ausland. Im einzelnen sollen Auslandsüberweisungen und Zahlungen mit Kreditkarten im Ausland pro Person und Bank zunächst auf 5000 Euro beschränkt werden. Für Beträge bis zu 200'000 Euro und darüber sind Sondergenehmigungen der Zentralbank notwendig.

bg (Quelle: sda)

http://www.st.gallen.ch/news/detail.asp?Id=581563

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Foto: hpgruesen (Pixabay License)

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