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Er hätte die Renaissance Ägyptens einleiten können: Anwar-al-Sadat vor der Knesset

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Freitag, 28. Januar 2011 / 22:32:16

Hintergrund: Von Verdun nach Kairo – eine Kurzgeschichte

Unsere Kolumnistin Regula Stämpfli ist Historikerin und sieht in den momentanen Ereignissen in Ägypten eine Entwicklung, deren Ursprung schon vor über 90 Jahren ihren Ausgang - nicht nur - auf den blutgetränkten Schlachtfeldern Europas genommen hat.

Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts holt uns in dieser Nacht vom 28. auf den 29. Januar 2011 ein. Von 1914 bis 1918 erloschen die Lampen über Europa, Karl Kraus nannte dies in seiner Reportage «Die letzten Tage der Menschheit» und Eric Maria Remarque titelte das Elend des europäischen Massenmordes trocken mit: «Im Westen nichts Neues». Im heutigen Kitsch des ahistorischen bolognatriefenden Schulunterrichts (Buchhaltung statt Staatskunde) lohnt es sich, das, was vor unseren Augen passiert, mit «es war einmal...» zu beginnen.

Denn der Erste Weltkrieg gab der Welt das Gesicht, das uns heute mit solcher Wut, Ungleichheit und ökonomischer Endzeitstimmung entgegen starrt. Dieser Grosse Krieg, wie ihn die Zeitgenossen nannten, veränderte ausser den Niederlanden, Spanien, den skandinavischen Ländern und der Schweiz jede gültige politische Zusammensetzung und dies bis heute.

Der Erste Weltkrieg gestaltete auch den Nahen Osten und damit Ägypten radikal um. Als Verkehrsknotenpunkt spielte Ägypten mit dem Suez-Kanal schon seit 1869 eine wichtige Rolle. Damit war Ägypten aber auch dem Gerangel zwischen den Franzosen, den Briten, später den Amerikanern wie Russen und natürlich auch den Deutschen ausgesetzt. Ähnlich wie das Reich der Mitte (China) musste auch die stolze arabische Welt der Überlegenheit und Übermacht der europäischen Militär-, Handels – und Kraft der Moderne weichen. Diese Demütigungen haben weder die Chinesen noch die Araber vergessen, denn für beide historischen Kräfte stellte die Unterdrückung der eigenen Macht viel eher die Ausnahme als die Regel in ihrer bisherigen Geschichte dar.

Verlass auf europäisches Zerstörungstalent

Nun, zynisch gesagt, war aber auf die Europäer immer Verlass, wenn es darum ging, zunächst alle Anderen, dann sich selber auch zu zerstören, heute nennt man dies einfach Europäische Wirtschafts- und Währungsunion oder rational Globalisierung... Dies geschah mit dem Ersten Weltkrieg, der durch das Abschlachten der nachwachsenden Männergeneration den langsamen Aufstieg von China sowie den noch langsameren, aber doch stetigen Aufstieg der arabischen Staaten, zumindest was das sogenannte Humankapital, sprich die Bevölkerungsvermehrung betrifft, einleitete.

Das Ende des Ersten Weltkriegs brachte Ägypten die gewaltsamen Konflikte, die wir seitdem fast täglich in der Presse lesen. Die Befreiung von der britischen Herrschaft, wie der hasserfüllte Kampf gegen die ehemaligen jüdischen Freunde hinterliessen unglaubliche Blutspuren in neun Jahrzehnten. Die Onlinezeichen reichen nicht, um nun jeden Schritt des Mordens, der Zusammenarbeit der arabischen Eliten zunächst mit den britischen Imperialisten, dann mit grosser Freude mit den deutschen Nationalsozialisten, nachzuerzählen. Nicht nur würden die Onlinezeichen in die Tausenden gehen, auch die unterschiedlichen Narrative würden Bände füllen. Und von Auschwitz wollen wir gar nicht erst beginnen. Also lassen wir das.

Klar ist lediglich, dass Ägypten seit dem Ersten Weltkrieg sich selber zum Spielball der Weltmächte gemacht hat und gemacht wurde. Die Eliten wechselten ihre Bündnisse – seien dies die Russen, die USA, die Briten oder die Franzosen – doch immer ging es um den Einfluss von strategischer Wirtschaft und Macht in dieser Region (Ägypten ist in der Skala der Finanzhilfen durch die USA auf Platz 3). Wie alles Vor-und Nachteile hat, zeigten sich auch in Ägypten viele Vorteile für eine immer grösser werdende gebildete Mittelschicht, die sich schliesslich unter nationalistischem Zeichen auch vom Joch der britischen Herrschaft 1952 befreien konnte. Ägypten blieb aber der Block zwischen den Blöcken und autokratisch konzipiert.

Sadat auf dem Weg zur ägyptischen Renaissance

Auf die langjährige nationalistische Herrschaft von Nasser, die vielen arabischen Menschen bewundernswert erschien, weil sie den alles beherrschenden Europäern die Stirn geboten hat, folgte Anwar-al-Sadat. Sadat versuchte durch eine Politik der Öffnung auch innenpolitisch neue Impulse zu setzen und die Stärke Ägyptens als wichtiger strategischer Verbündeter in Nahost auszubauen. Doch zunächst erlitt Sadat herbe militärische Niederlagen gegen die unschlagbaren Israelis, die sich seit Auschwitz mit aller Macht und bis auf weitere Generation schwören, dass sie nie mehr und unter keinen Umständen widerstandslos auf den Schlachtbanken und Gaskammern dieser Welt hingerichtet würden.

Sadat erreichte mit der Unterstützung von Ytzak Rabin das Undenkbare: Das Camp-David-Abkommen von 1978 bleibt der nie mehr erreichte Meilenstein in der Geschichte der arabisch-jüdischen Versöhnung (Sadat meinte einmal: Für den Frieden reise er bis ans Ende der Welt, ja sogar bis nach Jerusalem...).

Damit sicherte Sadat Ägypten die Stellung in der Welt, die es eigentlich über Jahrhunderte hinweg immer auch innehatte: Ägypten als Angel- und Orientierungspunkt für die Weltgeschichte. Wenn Griechenland für die Europäische Union oft als Ursprung bemüht wird, spielt Ägypten gemeinsam mit dem persischen und osmanischen Reich eine ähnliche Rolle für die arabische Welt.

Mubarak – der Besitzstandvermehrer

Nach der Ermordung Sadats durch die eigenen Reihen, übernahm Mubarak den Auftrag der Bestandssicherung und der eigenen Besitzstandvermehrung. Mubarak galt der westlichen Welt bis heute und für manche Amerikaner (sprich Fox) wohl noch bis in alle Ewigkeit, als Stabilisator der Region und als verlässlicher Partner. Mubarak spielte dabei immer ein Doppelspiel: Seinen arabischen Partnern galt er als Unterstützter der gemeinsamen Sache, seinen westlichen Partnern als Bollwerk gegen die islamistische Bedrohung.

Jetzt stürzt Mubarak. Die USA und die Europäische Union sind auf dieses Ereignis genausowenig vorbereitet gewesen wie auf den Kollaps des Kapitalismus im Jahre 2008. Zu den unbewältigten wirtschaftlichen Problemen explodiert nun eine Region, deren Ausbruch noch schlimmere Auswirkungen haben könnte als der 16. September 2008. Eigentlich möchte ich an dieser Stelle zum erstenmal persönlich werden und laut schreien: «I told you so!!!!» Aber das bringt ja auch keine Stabilität in die Region.

In Tunesien verspricht die Jasmin-Revolution tatsächlich so etwas wie einen Mittelweg zwischen Autokratie und islamistischer Herrschaft zu werden. In Ägypten versprechen der Beginn der Unruhen sowie die Gesichter und die Menschen auf den Strassen von Kairo etwas ähnliches. Wir alle schauen gespannt nach Kairo und hoffen inbrünstig, dass nur einmal in der Geschichte, nicht die Falschen, die Geschichte auch wieder schreiben werden.

EU und USA müssen ihr Verhalten ändern

Die Hoffnungen werden nur dann enttäuscht, wenn sich die USA und die Europäische Union genauso verhalten, wie sie es immer getan haben. Beiden geht es nicht um Demokratie, sondern um den Erhalt des Wirtschaftssystems. Also tun sie Teufel, die liberalbürgerlichen Kräfte in Kairo und anderswo zu stützen.

Schauen wir hin. Mubarak hat als einschneidenste Massnahme das Internet, den Mobilfunk sowie alle Twitter und sonstigen Nachrichtendienste sperren lassen....bis auf eine Information: Die der ägyptischen Börse.

So wird die ägyptische Revolution vielleicht genau die Wendung nehmen, die die Welt erschüttert...denn früher oder später werden vielleicht nicht nur die Menschen in Kairo auf die Strasse gehen, sondern in Athen, Rom, Paris, Berlin und Moskau.

von Regula Stämpfli (Quelle: news.ch)

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