Samstag, 2. Oktober 2010 / 23:15:46

Europäische Filme sahnen am 6. Zurich Film Festival ab
Zürich - Die Preise des 6. Zurich Film Festival sind am Samstag alle an europäische Filme gegangen. Die Hauptpreise wurden an Filme aus Serbien, Deutschland und Dänemark verliehen. Der Schweizer Erstlingsfilm «Stationspiraten» von Mike Schaerer erhielt den Publikumspreis.
Die Spielfilme «The Woman with a Broken Nose» von Srdjan Koljevic (Serbien) und «Das Lied in mir» von Florian Cossen (Deutschland) sowie der Dokumentarfilm «Armadillo» von Janus Metz (Dänemark) bekamen von den jeweiligen Wettbewerbsjuries Golden Icons zugesprochen. Diese sind mit je 20'000 Franken in bar und je 60'000 Franken für die Promotion des Films im Schweizer Kino dotiert.
«The Woman with the Broken Nose» erzählt vom Selbstmordversuch einer Frau, der im Leben von drei Augenzeugen schwerwiegende Veränderungen auslöst. Die Jury des Internationalen Spielfilmwettbewerbs lobte die beispielhafte Konsistenz in Regie, Drehbuch, Darstellung, Kamera und Produktion.
«Das Lied in mir» bester deutschsprachiger Film
Der beste Film in der Sektion Deutschsprachiger Spielfilm, der deutsche Erstling «Das Lied in mir», handelt von einer Frau, die in Argentinien nach ihren familiären Wurzeln sucht. Die menschliche Thematik - Identitätsverlust und Neuorientierung - war es, die die Jury an diesem Wettbewerbsbeitrag überzeugte.
An «Armadillo» begeisterte die Jury die «überwältigende Kraft des Filmporträts über die dänischen Soldaten, die während sechs Monaten in Afghanistan stationiert waren».
Kritiker uneins mit Juries
Der Critics Choice Award des Schweizerischen Verbands der Filmjournalistinnen und Filmjournalisten (SVFJ) ging an den ungarischen Film «Pal Adrienn» von Agnes Kocsis, laut Jury ein einfühlsames Porträt einer Krankenschwester, die durch die Konfrontation mit dem Tod ins Leben zurück findet.
Den zweiten Kritikerpreis, den Varietys New Talent Award der US-Branchenzeitschrift Variety erhielt «Adem» («Oxygen») von Hans van Nuffel aus Belgien. Die Jury lobte die kluge Regie, das durchdachte Drehbuch und die aussergewöhnlichen Schauspieler.
«Stationspiraten» schliesslich eroberte die Gunst des Publikums mit der Erzählung über eine Gruppe Jungs, die sich auf einer Krebsstation das Leben so lebenswert zu machen versuchen, wie es eben geht.
fest (Quelle: sda)
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