Samstag, 31. Juli 2010 / 10:41:11

1. August-Beschwörungen: Blocher will zurück nach Bern
Autigny/Grindel - Zum Nationalfeiertag haben sich schon am Samstag prominente Redner zu Wort gemeldet. Christophe Darbellay rühmte die Schweiz als ein «Erfolgsmodell».
Urs Schwaller forderte, stolz aufs Land zu sein. Und Christoph Blocher plädierte für eine unabhängige und freie Schweiz.
Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer rückte die älteren Generationen ins Zentrum ihrer Ansprache.
«Wenn wir heute weiter sehen, dann weil wir auf den Schultern eines Riesen stehen», zitierte die Aargauer SP-Nationalrätin ein uraltes Gleichnis. «Dieser Riese, auf dem wir stehen, das ist die Erfahrung der vorangegangenen Generationen. Diese sollten wir nutzen und wertschätzen - noch viel mehr als es heute der Fall ist.»
Deshalb will sie «das Verständnis zwischen den Generationen konsequenter fördern». Jedes Unternehmen wisse, wie wichtig es sei, Know-How weiterzugeben. «Auch in der Politik sollte man sich von Zeit zu Zeit daran erinnern», mahnte sie gemäss Redetext anlässlich ihrer Rede zum Nationalfeiertag in Rorschach SG.
Der alt Bundesrat und SVP-Vizepräsident veröffentlichte seine «Gedanken zum 1. August» in Text und Video am Samstagmorgen auf seiner Internetseite.
Blocher erwägt Rückkehr nach Bern
Ein EU-Beitritt würde die schweizerischen Staatssäulen niederreissen, erklärte er. Deshalb überlege er sich, im Wahljahr 2011 nochmals für den Nationalrat zu kandidieren.
Auch wenn die Politiker es nicht laut sagten wollten, töne es heute wieder aus allen Ecken, dass sie als Ziel für die Schweiz den Beitritt in die EU hätten. Die Politiker wüssten jedoch, dass die Volksmehrheit dagegen sei. Deshalb machten sie alle erdenklichen Winkelzüge, um allmählich in die Arme der EU zu gelangen.
Die «lästige Kontrolle» durch die Bevölkerung entfalle bei einem EU-Beitritt. Aber niemand wisse heute, wie es mit den hohen Staatsverschuldungen weitergehe. Niemand wisse, wie die EU zusammengehalten werde könne.
Ans Rednerpult tritt Blocher am Samstagabend in Grindel SO und Wolfhalden AR. Am 1. August ist er Redner an den Bundesfeiern in Rüti ZH und Hohentannen TG.
«Land braucht mehr Kinder»
CVP-Präsident Christophe Darbellay bezeichnete die Schweiz als ein «Erfolgsmodell». Es gebe jedoch ein «Aber», sagte er gemäss Redetext in seiner Ansprache zur Bundesfeier, die er am Samstagabend in Autigny FR halten sollte: Die Schweiz bringe zu wenig Kinder hervor.
Kinder seien «das Fundament unseres Landes und Versprechen für die Zukunft». Zum Glück «haben wir erreicht, dass die Familien besser unterstützt werden und weniger Steuern zahlen», sagte der Walliser Nationalrat.
«Stolz auf Arbeitskräfte»
«Wir haben die drei Konjunkturankurbelungsprogramme unterstützt, ohne unseren Kindern Schuldenberge zu hinterlassen», erklärte der Walliser Darbellay gemäss Redetext in seiner Ansprache zur Bundesfeier, die er am Samstagabend in Autigny FR halten sollte.
Der Walliser Nationalrat rief seine Mitbürger dazu auf, «stolz zu sein auf unsere Arbeitskräfte, unsere Unternehmen und, auch wenn sie einige Fehler gemacht hat, unsere Regierung».
Schattenseiten angesprochen
Es gebe jedoch ein «Aber»: Die Schweiz bringe zu wenig Kinder hervor, «Fundament unseres Landes und Versprechen für die Zukunft». Darbellay widmete sich in seiner Ansprache auch dem Thema Umwelt und grüne Wirtschaft. Dabei griff er die Umweltbewegungen an.
Zudem habe die Schweiz auch Schattenseiten: Jugendgewalt, explodierende Krankenkassenprämien oder «Probleme wegen einer Minderheit von Ausländern, die unsere Sicherheit bedrohen». Als Lösungen nannte der CVP-Präsident Strafen, Abschreckung und mehr Polizei - aber nichts zur Krankenversicherung.
ht (Quelle: sda)
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