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Rawshan Irmatow schickt Nemanja Vidic unter die Dusche.

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Donnerstag, 10. Juni 2010 / 13:41:53

Das Schiri-Wagnis beim Eröffnungsspiel

Nicht einer der «Stars» seiner Zunft, sondern ein nur Insidern bekannter Usbeke pfeift das WM-Eröffnungsspiel am Freitag zwischen Südafrika und Mexiko. Rawschan Irmatow fühlte sich beim ersten Auftritt im Fokus der Öffentlichkeit sichtlicht unwohl.

Irmatow stand schüchtern vor einer Heerschar Journalisten und bemühte sich vergeblich um einen selbstbewussten Auftritt. Der 32-jährige Asiate machte beim Medientag der WM-Referees vor den Toren Pretorias nicht den Eindruck, als nähme er den Druck, der auf ihm lastet, mit Gelassenheit. Irmatow, dem zweitjüngsten unter den 29 WM-Referees und nicht nur wegen seines Alters einer der unerfahrensten, ist für manchen Beobachter ein Wagnis der FIFA.

Die Ehre, den weltweit beachteten ersten Auftritt von Gastgeber Südafrika zu pfeifen, kam selbst für Irmatow überraschend. «Jeder Schiedsrichter würde gerne bei einer WM das Eröffnungsspiel oder den Final leiten. Dass ich nun dazugehöre, habe ich nicht erwartet. Aber ich nehme die Herausforderung mit grosser Freude an», sagte Asiens Schiedsrichter des Jahres.

Irmatow schickt Vidic vom Platz

International ist der Mann aus Taschkent, der bereits seit 2003 zum Kreis der FIFA-Referees gehört, bislang kaum in Erscheinung getreten. Seinen grössten Auftritt hatte er im Dezember 2008, als er vor 69'000 Zuschauern in Yokohama den Final der Klub-WM zwischen Manchester United und LD Quito aus Ecuador (1:0) leiten durfte. Irmatow griff beherzt durch und zeigte keine Angst vor grossen Namen. Manchesters Verteidiger Nemanja Vidic zeigte er schon in der ersten Halbzeit wegen groben Foulspiels «Rot».

Dass auch vermeintliche Exoten bei der WM zum Einsatz kommen, hat Tradition. Auch in höchsten Kreisen wird diese Praxis hingenommen. «Die FIFA besteht nun einmal aus sieben Konföderationen. Diese haben alle ihre Ansprüche und das Interesse, ihre besten Schiedsrichter zur WM zu senden», sagt der ehemalige deutsche Weltklasse-Ref Hellmut Krug.

Drei gelbe Karten ergeben Rot

Während der WM 2006 in Deutschland hatte selbst FIFA-Präsident Sepp Blatter das Vertrauen in seine Unparteiischen verloren. Ausgerechnet die europäischen Top-Referees waren es jedoch, denen die dicksten Böcke unterliefen. Der Engländer Graham Poll zeigte im Vorrundenspiel England - Kroatien Josip Simunic drei Gelbe Karten (Blatter: «Unverzeihlich»). Der Russe Valentin Iwanow sprach im Verlaufe des Achtelfinals Portugal - Holland vier Platzverweise aus und zeigte acht Gelbe Karten (Blatter: «Der Schiedsrichter hatte nicht das Niveau der Spieler»).

An einen möglichen zweiten Einsatz in Südafrika denkt Irmatow noch nicht, zu hoch türmt sich die Aufgabe vor ihm, am Freitag vor über 90'000 Zuschauern in Soccer City und voraussichtlich über einer Milliarde an den Bildschirmen zu pfeifen. Der Usbeke, der am Freitag an den Linien von seinem Landsmann Rafael Iljasow und dem Kirgisen Bahadyr Kochkarow unterstützt wird, will seiner wachsenden Nervosität mit Routine begegnen: «Wir pfeifen nicht zum ersten Mal. Wir gehen da raus und machen einfach unseren Job -- nichts Besonderes.»

pad (Quelle: Si)

http://www.st.gallen.ch/news/detail.asp?Id=443482

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Foto: hpgruesen (Pixabay License)

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