Sonntag, 4. April 2010 / 20:02:37

Gaddafi liess dritten Schweizer verhaften
Erst jetzt wird bekannt, dass Libyen einen dritten Schweizer verhaftete. Der Geschäftsmann sass dreieinhalb Monate illegal im Gefängnis.
Die Haft des dritten in Libyen festgehaltenen Schweizers «war eine Geheimhaft», wie UNO-Sonderberichterstatter Manfred Nowak gegenüber der Zeitung «Sonntag» erklärt.
Der schweizerisch-algerische Doppelbürger Aissa Hamoudi war am 18. November 2007 in der libyschen Hauptstadt Tripolis verhaftet worden.
Nach einer Passkontrolle wurde Hamoudi zunächst 24 Stunden in Gewahrsam genommen, bevor er in ein Gefängnis gebracht wurde. Erst Ende Februar 2008 kam er wieder frei. Zwischenzeitlich wurde er in ein spezielles Gefängnis («Passports Prison») verlegt, in dem sich seine Haftbedingungen dramatisch verschlechterten, berichtet die Zeitung.
Laut Nowak wurde Hamoudi in eine Zelle ohne Toilette und ohne fliessendes Wasser gesperrt. Zudem wurde er wöchentlich verhört, wobei ihm die Augen verbunden wurden. «Als Hamoudi in einen Hungerstreik treten wollte, wurde er geschlagen», erklärt Nowak weiter.
Hamoudis Familie wurde nie informiert. Libyen hielt alles geheim.
Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte den Fall gegenüber dem «Sonntag», wollte aber aus Persönlichkeitsschutzgründen keine weiteren Angaben dazu machen.
zel (Quelle: news.ch mit Agenturen)
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