Mittwoch, 3. Februar 2010 / 18:37:11

Rückübernahmeabkommen: Kosovo und Schweiz
Bern - Die Schweiz und Kosovo haben ein Rückübernahmeabkommen unterzeichnet. Der Innenminister von Kosovo, Zenun Pajaziti, setzte bei seinem Besuch in Bern die Unterschrift unter das Dokument. Für die Schweiz tat dies Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.
Die beiden unterzeichneten in Bern zudem ein Memorandum of understanding zur Migrationspartnerschaft. Damit sollen die positiven Wirkungen der Migration gefördert, die negativen eingedämmt werden.
In der Schweiz befindet sich nach Deutschland die grösste kosovoarische Exil-Gemeinde. Rund 170'000 leben hier. Die Mehrzahl verfügt jedoch über eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis.
Seit knapp einem Jahr erachtet die Schweiz das Kosovo als sicheres Land. Flüchtlinge die nicht mehr als verfolgt gelten, sollen in ihre Heimat zurückkehren.
Arbeitslosigkeit im Kosovo
Menschenrechtsorganisationen in der Schweiz warnten in einem Communiqué vor der Gefahr, dass die Schweizer Behörden nun weniger Rücksicht auf die besonders verletzliche Situation der Roma-Gemeinschaften nehmen müssten.
Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH), Amnesty International, die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und andere Organisationen riefen deshalb das Bundesamt für Migration (BFM) auf, vorläufig auf Zwangsrückschaffungen von aus dem Kosovo stammenden Roma, Ashkali und Kosovo-Ägyptern zu verzichten.
Nach offiziellen Zahlen sind 2,3 Prozent der Bevölkerung Roma oder Ashkali. Die Arbeitslosigkeit im Kosovo beträgt zurzeit 45 Prozent. Für die Roma-Minderheiten dürfte die Zahl höher sein.
pad (Quelle: sda)
http://www.st.gallen.ch/news/detail.asp?Id=426491
In Verbindung stehende Artikel:
Schweizer Migrationspartnerschaft mit Kosovo kritisiert
Freitag, 15. März 2013 / 16:34:00
[ weiter ]
Rückübernahmeabkommen Schweiz - Kosovo
Donnerstag, 23. Juli 2009 / 19:54:50
[ weiter ]
Schweiz und Bosnien-Herzegowina erneuern Rückübernahmeabkommen
Montag, 3. November 2008 / 17:30:01
[ weiter ]